Die dritte Person

Bisher bin ich stets der Auffassung gewesen, wer in der dritten Person Singular von sich spricht, zählt entweder zur immer kleiner werdenden Kaste der kaiserlich Herrschenden oder ist schlichtweg größenwahnsinnig. Oder beides.

Was aber, wenn man trotz unbeschreiblichen Erfolgs und fantastischen Aussehens immer noch vollkommen bodenständig geblieben ist, eine familiäre Nähe zu den Hohenzollern und anderen Adelsgeschlechtern auch nach intensiver und wohlwollender Stammbaum-Recherche nicht nachweisbar ist und dennoch in den eigenen vier Wänden erwachsene Menschen nur noch von dritten Personen reden?

Dann könnte es sein, dass tatsächlich eine dritte Person eingezogen ist. Wir nennen ihn Theo. So heißt er wohl auch. Steht zumindest in seinem Pass. Und seit gut vier Monaten bin ich zu Hause nur noch „der Papa“. Das macht vieles einfacher. Zum Beispiel weiß der kleine Mann sofort, wen er vor sich hat und muss sich keine Vornamen merken.

In der Regel klappt das ganz gut. Nur manchmal kommt der zweite Name ins Spiel, wenn die Schüppchen-Schnute (gibt’s nicht bei Hornbach) lautstark die Befriedigung grundlegender Bedürfnisse einfordert. Hunger und Durst.

Dann bin ich „Nicht die Mama“  – und reiche weiter.

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