Paradies ist 36, aber wo liegt eigentlich Falen?

In Zeiten, in denen sich immer Menschen in die Luft jagen, in der Hoffnung somit schneller ins Paradies zu gelangen, muss folgende Frage erlaubt sein: Lohnt sich das?

Um das herauszufinden, gilt es erneut eine Frage zu stellen: Wo liegt das Paradies? Zumindest muss es im Osten ansässig sein. Da gibt es ja schon die blühenden Landschaften. Kann demnach nicht weit sein. Also ab ins Auto und los.

Als Westfale fängt der Osten ja schon in Ostwestfalen an. Und hörte lange Zeit dort auch auf. Wie der Süden in Südwestfalen und der Norden in …..

Dass ostwärts überhaupt noch was kommt, eröffnete mir auf verwirrende Weise eine verwandtschaftliche Zusammenkunft am altmärkischen Elbeufer. Fast schon am Ziel, führte der Weg durch ein Industriegebiet, den Ostfalenpark. Zack. Einfach so tauchte das Schild mit diesem Namen auf – Ostfalenpark-, und die Welt, so wie ich sie kannte, hörte auf zu existieren. Sämtliche Jahre Sach- und Erdkundeunterricht, Geschichtsstunden und freiwilliges Kartenlesen im blauen Diercke liefen wie ein Film vor mir ab, doch das alle Rätsel lösende Ende fehlte.
Wenn also Westfalen in Westfalen liegt und Ostfalen in Sachsen-Anhalt seine Heimat hat, wo bitte befindet sich dann Falen? In Niedersachsen jedenfalls nicht. Das wäre mir aufgefallen. Auch das Internet und Historiker, die sich im Internet Jahreszahlen und Altgermanisches an den Kopf schreiben, kennen keine hundertprozentig richtige Antwort. Falen gibt es anscheinend nicht (mehr).

Da ist es dann doch einfacher, das Paradies zu finden. Paradies ist 36. Gleich hinter dem Kirchenschiff. So sagt es die Legende. Gedruckt im Flyer vom Kloster Jerichow. Nicht Jericho. Altmark, statt Heiliges Land. Ein kleines Gärtchen. Mit künstlich aufgeschüttetem Bachlauf und ein paar jungen Pflänzchen, die im Schatten des Backsteinbaus nicht so recht prosperieren wollen. Das war’s. Keine Schlange, kein Apfelbaum und von 72 Jungfrauen keine Spur.

Es lohnt also nicht, um auf die Eingangsfrage zurückzukommen.

Dies nur als Hinweis für alle, die vorzeitig im Jenseits ihre Hoffnung suchen. Lasst es bleiben und kommt lieber nach Tangermünde. Fahrt ein bisschen Fahrrad entlang der Elbe.

Das beruhigt.

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