Ziviler Ungehorsam

Mal ehrlich, als Demokraten sind wir doch von der Freiheit verwöhnt. Orte zivilen Ungehorsams sind deshalb immer schwieriger zu finden. Manchmal aber gelingt es doch: im Flugzeug.

In der Economy Class  wird der Steinbrücksche Ruf nach mehr Beinfreiheit vom massigen Körper des Sitznachbarn verschluckt, der mit seinem als Oberschenkel verkleideten Unterarm den Luftraum der kompletten Sitzreihe verletzt. Freiheit haben hier nur die Preise des Bord-Bistros – und zwar nach oben. Duty Free? Pah. Bloß noch ein Euphemismus. Dazu kommen die permanenten  Anweisungen des uniformierten (!) Bordpersonals. Anschnallen. Sichtblende hoch. Einkaufen! Da ist der Drang des Menschen doch nur verständlich, sich sofort nach der Landung seine Freiheit zurückzuerobern:

Die Ansage, sitzen zu bleiben, bis das Gurtsymbol erloschen ist, hängt noch knarzend in der Luft, da setzt auch schon der Flucht-Reflex ein. Beckenschnallen klicken, alles steht – obwohl besagtes Symbol es doch verbietet. Das Nichtraucherzeichen direkt daneben leuchtet übrigens auch. Warte auf den Tag, an dem sich endlich der erste Sitzflüchtling eine Zigarette ansteckt. Wäre nur konsequent…

 

P.S. Der Text erscheint in ähnlicher Form morgen als Glosse in der WAZ

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Ein Kommentar zu “Ziviler Ungehorsam

  1. Du sprichst mir wieder mal aus der Seele: Ich freue mich schon auf meinen Flug morgen – Economy nach Alicante 😦

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