Der kreierte Matchplan – wie sich Fußball überhöht

Mir wird Fußball langsam zu kompliziert. Zu überhöht. Nicht das Spiel selbst. Das ist schön einfach. Aber das, was daraus gemacht wird.

Denn seit geraumer Zeit werden Tor-Chancen  nicht einfach nur herausgespielt, sondern kreiert. Jedes Mal feiern sich die Spieler selbst, wenn sie kontextbezogen dieses Fremdwort in ihre inhaltslosen TV-Interviews eingebaut haben. Und die Spiel-Kommentatoren tun es ihnen gleich. Neulich sagte ein Öffentlich-rechtlicher am Mikrofon sogar, dass ein Spieler nun das ganze Spiel kreieren soll. Das klingt etwa so ungelenk wie Per Mertesacker beim Dribbling.

Alles nur,  weil ein holländischer Tulpengeneral und Bayern-Trainer  vor Jahren ein niederländisches Wort  verwendet hat, das  „erspielen/erschaffen“ am nächsten kommt: creëren. Hängen blieb: kreieren. Louis van Gaal stolziert längst nicht mehr durch die Bundesliga-Stadien. Doch seine Kreation ist geblieben.

Apropos Trainer: Die haben jetzt auf einmal alle einen Matchplan. Hammer. Als ob zuvor die Taktik-Füchse ihre Mannschaft nur mit den Worten „Haut die Penner weg vom Platz“ aufs Feld geschickt hätten.

Ok. Eine Ausnahme gab es: Franz Beckenbauer: „Gehts raus und spielts Fußball“. Das war ein Satz. Dabei ist immerhin ein WM-Titel herausgekommen.

Etwas weniger sprachliches Bling-Bling kann dem Fußball also nicht schaden.

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