Die Folgen der Sexismus-Debatte

Ob Laura Himmelreich das gewollt hat? Eine breite Debatte über Sexismus in der Gesellschaft, jagutsicherlich, um es mit Franz Beckenbauer zu sagen, die ist vielleicht notwendig gewesen. Aber die weltweite Diskussion über „Was geht noch und wenn ja wie viel?“, die ihr Portrait über Dirndl-Experte Rainer Brüderle hervorgebracht hat, reicht mittlerweile bis an einen Punkt, an dem sie meine Freiheit betrifft und einschränkt. Meine Freiheit als Konsument. Das geht entschieden zu weit.

Denn selbst Supermarkt-Leiter haben bereits völlig übereilt die Konsequenzen gezogen, um nur ja nicht in den Verdacht von Sexismus zu geraten. Gleich vorne am Eingang, gegenüber der Säule wo die Einkaufskörbchen eigentlich stehen sollten, es aber nicht tun, weil die Aushilfe wieder mit dem Leergut beschäftigt ist und vergessen hat die Dinger, die sich turmhoch an den Kassen stapeln, ranzuschleppen, also im Honigregal steht auf einem Schild geschrieben: „Wegen der Sexismusdebatte werden wir „Flotte Biene“ von Lagnese aus dem Sortiment nehmen“. Wohl ein Scherz. Wie bitte soll ich denn jetzt meinen Tee „Winterzauber mit Hack“ angemessen und vor allem klebefrei süßen? Die spinnen doch!

Nur zur Erinnerung: Supermarkt, das war bisher der Ort, an dem man noch ohne rot zu werden und je nach Präferenz an der Fleischtheke was von der „feinen Sahnigen“ oder der „dicken Groben“ verlangen konnte. All das soll jetzt nicht mehr möglich sein? Das ist Kadavergehorsam!

Und apropos Lagnese: Ein Hersteller selben Namens (ist es gar derselbe Konzern?) hat es sich ja seit Dekaden zur Aufgabe gemacht, den Menschen an heißen Tagen wohlschmeckende Abkühlung zu schenken. Am Stiel und im Hörnchen. Leckere Eiscreme. Es ist doch offenkundig nur eine Frage der Zeit, wann an allen Kiosken dieses Landes die Dämme brechen und die Sorten „Brauner Bär“ und „Flutschfinger“ von den Eis-Tafeln verschwinden werden. Beide Produkte sind dann nämlich laut Brüderle-Skala, auf den sich hörige Budenbetreiber und Marktleiter berufen werden, mit einer 8,7 bzw. 9,1 bewertet. Der Höchstwert dieses neuen Instruments für Sexismus-Messung beträgt übrigens 10,0.
Ein Lagnese-Aufsteller ohne diese Klassiker ist doch wie eine Bildungsministerin ohne Hochschulabschluss. Das darf nicht sein!

Ein Rücktritt wäre das Mindeste, was die Verantwortlichen anbieten könnten. Ok., und Freibier.

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